
Presseinformation des
Zweckverbandes Welterbe Oberes Mittelrheintal
Wellmicher
Str. 25, 56346 St. Goarshausen
Projektbüro: Markus Schaffrath, Nadya König-Lehrmann
Tel.: 06771-599445, Fax: 06221-599607
Email:
m.schaffrath@giu.de; n.koenig@giu.de; info@welterbe-oberes-mittelrheintal.de
Zweckverband
Welterbe Oberes Mittelrheintal verzeichnet inzwischen fast 15.000 Unterschriften
- Am 7. Februar 2007 sollen die Unterschriften in Bingen an Bahnchef Mehdorn übergeben
werden.
Besonders erfreut ist der Zweckverband darüber, dass neben der Solidarisierung
der Bevölkerung auch die Politik im Rheintal sich
geschlossen und entschlossen
gezeigt habe. Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Kreistage, Verbandsgemeinde-
und Gemeinderäte schalteten sich ein, Resolutionen wurden verabschiedet,
Arbeitsgruppen gebildet, Konferenzen einberufen. Ein Nachtfahrverbot sei ebenso
ins Gespräch gekommen wie Höchstlärmgrenzen oder "Preisanreize" für
leisere Waggons, noch mehr Schallschutzmaßnahmen und eine andere oder neue
Bahntrasse fernab des Rheintals. Der Zweckverband habe die Ministerpräsidenten
Kurt Beck (Rheinland-Pfalz) und Roland Koch (Hessen) eingeschaltet. Alles in
allem hätten alle Parteien erkannt, dass der Bahnlärm nicht nur gesundheitsschädlich
ist, sondern auch immer mehr Existenzen zerstöre. Immerhin gebe es Tage, an
denen die Bahn auf nur einer Strecke mehr als 200 Mal vorbeifahre. Fazit für
Kern: "Die Politik zeigt sich beim Thema Bahnlärm gemeinsam am Zug".
Das
Ergebnis münde nun auch in eine Initiative des Landes Rheinland-Pfalz, die
Wirkung bis nach Berlin zeige. So habe Verkehrsminister Hendrik Hering ein
Aktionsprogramm und die Einschaltung der Bundespolitik gefordert. Sein Vorschlag
ziele neben der weiteren Verbesserung des passiven Schallschutzes - also
beispielsweise Schallschutzwände - vor allem auf den aktiven
Für den
Zweckverband ist die Initiative gegen den Bahnlärm absolut konsequent. Denn der
Bahnlärm schädige auch immer mehr die Wirtschaft im Rheintal. Die Gefahr, dass
die Bahntransporte im Rheintal zunehmen, sei nicht von der Hand zu weisen. An
der Nordseeküste würden weiter mit Nachdruck die Häfen ausgebaut. Auf der
anderen Seite würden neue Tunnel durch die Alpen die innereuropäische Nord-Süd-Trasse
immer interessantermachen für den Güterverkehr auf der Schiene. In anderen Ländern
und Regionen - so zum Beispiel in den Niederlanden - würden für diesen Zweck
neue, moderne Bahntrassen gebaut, während im Rheintal alles beim Alten bliebe.
Kern ist der Auffassung, dass das extreme Nadelöhr Oberes Mittelrheintal
langfristig vom Bahnverkehr entlastet werden muss. Und das heißt: An einer
neuen Trasse außerhalb des Rheintales führt kein Weg vorbei. Wie lange aber
allein Raumordnungs- und Planungsverfahren mit allen folgenden rechtlichen
Auseinandersetzungen dauern, sei am Beispiel der ICE-Trasse Köln-Frankfurt hinlänglich
bekannt. Kurz- und mittelfristig setze man daher auf Sofortmaßnahmen. Und das
bedeutet: Der Schienenverkehr muss entschieden leiser werden. Und das sofort.
Froh ist
der Zweckverband, dass sowohl von Gebietskörperschaften als auch von Firmen und
Privatinitiativen die Aktion so positiv unterstützt wurde. Kern: "Auch
Einzelpersonen haben sich mit Aufruf und Listen auf den Weg gemacht und in ihrer
Straße Unterschriften gesammelt. Allein im Rheingau wurden 5.017 Unterschriften
gesammelt. Wir wissen, dass der Aufruf hunderte
Male von
unserer Internetseite geladen wurde." Kern betont, dass die fast 15.000
Unterschriften noch nicht einmal das komplette Ergebnis darstellen. Der
Zweckverband habe versucht dies alles zu bündeln, doch beinhalteten die Zahlen
zahlreiche weitere Initiativen nicht. Die Welle der Empörung – so Kern - sei
auch in benachbarte Regionen geschwappt. Auch im Rheintal
Auslöser
der Unterschriftenaktion war ein zunächst als "harmlos" angesehener
Pressebericht Mitte August, nach dem die Bahn eine Verstärkung des Güterverkehrs
auf der linken Rheinseite plane. Die bisher schon gegen Bahnlärm engagierte
"Bürgerinitiative im Mittelrheintal gegen Umweltschäden durch die
Bahn" mit Willi Pusch (Kamp-Bornhofen) meldete sich ebenso zu Wort wie
einzelne Bürger aus der Region. Auf der linken Rheinseite rief Bürgermeister
Thomas Bungert (St. Goar-Oberwesel) zu Bildung einer weiteren Bürgerinitiative
auf. Aufgrund der fast nicht mehr überschaubaren Aktivitäten schaltete sich
der Zweckverband ein. Sein Vorschlag: Die zahlreichen Einzelaktionen könnten möglicherweise
verpuffen. Statt dessen sollten mit und in einer groß angelegten
Unterschriftenaktion des Zweckverbandes alle Ergebnisse gebündelt werden.