Bundesvereinigung gegen Schienenlärm e.V.

Wissenschaftliche Beiträge

 

24h-Mittelungspegel LDEN und nächtlicher Schienen-Güterverkehr

Die Einführung des 24-Stunden-Mittelungspegels LDEN ist nicht geeignet, um verschiedene Lärmsituationen angemessen
durch nur eine Zahl zu beschreiben.
Es werden vier Szenarien konstruiert, in denen zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten jeweils Güterzugvorbeifahrten stattfinden, wobei der 24-Stunden-Mittelungspegel LDEN jeweils 67 dB(A) beträgt. Die vier Szenarien unterscheiden sich durch unterschiedliche Lärmbelastungen am Tag, am Abend und in der Nacht.

Schienenmalus zu lärmsensibler Tageszeit

Hier wird eine allgemeine mathematische Beschreibung einer „Lästigkeitskurve“ angegeben und auf  die Ergebnisse des Forschungsverbundes „Leiser Verkehr“ aus dem Jahr 2004 angewandt (siehe dazu:
Lärmbelästigung durch Straßen- und Schienenverkehr in Abhängigkeit von der Tageszeit) Es ergibt sich, dass zu einer „lärmsensiblen“ Tageszeit (zwischen 18 und 22 Uhr)  Straßenverkehrslärm nur so lästig ist wie um 16 dB erniedrigter Schienenverkehrslärm und daher für diese Zeit ein „Schienenmalus“ von 16 dB sinnvoll wäre.
Außenpegel-Frequenzverteilung bei Straßen- und Schienenverkehrsgeräuschen 
Notwendige Korrektur der 24. BImSchV und der Akustik 23 (Ausgabe 1997)

Nach der gültigen Verkehrslärmschutzverordnung - 24. BImSchV - wird angegeben, wie die erforderlichen bewerteten Schalldämmmaße zu berechnen sind. U.a. werden in einer Tabelle  die Werte für die Korrektursummanden E  für Straßen- und Schienenverkehrswege angegeben .Je größer  der Korrektursummand E ist, desto höher ist das erforderliche bewertete Schalldämm-Maß. Wenn daher eine Wohnung (oder ein Zimmer) lärmsaniert werden soll, weil der Außenraum zu laut ist, dann sollte die Schalldämmung der Fenster und Wände möglichst hoch sein.
Eine vergleichende Untersuchung hat nun ergeben, dass die Außenpegel- Frequenzverteilung bei Straßen- und Schienenverkehrslärm keinen wesentlichen Unterschied aufweist. Daher muss auch das
erforderliche bewertete Schalldämm-Maß für diese beiden Verkehrsarten übereinstimmen, d.h. die Korrektursummanden E für Straßen- bzw. für Schienenverkehrsgeräusche müssen gleich sein, weil sie gleichen Lärm verursachen. Während jedoch für den Straßenverkehr ein Korrektursummand in der Stadt in Höhe von 6 dB(A) berücksichtigt wird, ist der Korrektursummand für den Schienenverkehr allgemein mit 0 dB(A) angegeben.

Güterzug-Schallemissionen: Messung und gesetzliche Bewertung  
erschienen in: Immissionsschutz 13 (2008), Heft 4, 193-196

Ein grosser Teil der Schallemissionen bei der Vorbeifahrt eines Güterzuges wird durch das Abrollen der Räder seiner Güterwagen auf einer Schiene erzeugt. Damit hängt der Vorbeifahrpegel eines Güterzuges sowohl von dem Schienenzustand als auch von dem Zustand der jeweiligen Wagenräder ab. Für die Vorhersage (oder Planung) der Lärmbelastung durch Güterzüge wird in Deutschland das Berechnungsverfahren (”Schall 03“) verwendet, das 1990 in der 16.BImSchV gesetzlich verankert wurde. Das Berechnungsverfahren erlaubt es, den ”Vorbeifahrpegel“ eines einzelnen Güterzuges an einem festen Bezugsort zu berechnen. Dieser wird jedoch zur Beurteilung des Schienenverkehrslärms nach der 16. BImSchV nicht verwendet, sondern stattdessen wird ein ”Beurteilungspegel“ berechnet, der den über ein Jahr zeitlich gemittelten Immissionspegel an diesem Bezugsort angeben soll - getrennt nach Tag und Nacht. 

Zwischenzeitlich gibt es neuere Messergebnisse von Güterzug-Schallemissionen. Diese werden hier vorgestellt und mit statistischen Verfahren bewertet. Ziel dieser Bewertung ist die Bestimmung eines Grenzpegels für Güterzüge,

Mathematische Aspekte der gesundheitlichen Beeinträchtigung durch transiente Geräuschereignisse auf der Grundlage von zeitlich veränderlichen Cortisol -Konzentrationen (DAGA 2006)

In dieser Untersuchung geht es um die gesundheitliche Beeinträchtigung durch nächtlichen Güterverkehr.
Ein Ergebnis der Untersuchung ist:
Der Mittelungspegel Lnight ist nicht geeignet, die ”Qualität“ des Schlafes bei (nächtlichem) transientem Verkehrslärm zu beschreiben. Der Schlaf wird am stärksten gestört durch die Vorbeifahrpegel von Güterzügen in Abhängigkeit von der Pausenstruktur.

Bewertung des akustischen Schienenzustandes durch den Schallmesswagen
Diese Veröffentlichung erschien in Immissionsschutz 11 (2006), 168 - 170

Bisher wurde  weder ein allgemeingültiges Mittelungsverfahren für die verschiedenen Radrauigkeiten der einzelnen Räder eines Schienenfahrzeugs noch für die verschiedenen Rauigkeiten der beiden Schienen eines Gleises gefunden. Es wird in dieser Untersuchung gezeigt, dass die arithmetische Mittelung  zu einer höheren Belastung der Anwohner führt als die energetische Mittelung.

Nächtlicher Schienen-Güterverkehr - Möglichkeiten einer Lärmminderung - Beispiel 
Drei-Brücken-Problem

Die Emissionen von Brücken werden durch ihren „Brückenzuschlag" beschrieben. Hier geht es um einen Vergleich und den Hinweis auf ein Problem.

Brücken und ihre Lärmbewertung

In der Schall 03 wird der Brückenzuschlag für alle Fahrzeugarten und für alle Brückentypen einheitlich festgeschrieben – obwohl bekannt ist, dass jede Brücke ihren eigenen Brückenzuschlag erfordert Weder der arithmetische Mittelwert noch die Summe aus Mittelwert und Standardabweichung  aller Brückenzuschläge beschreiben die (physikalisch messbare) Lärmsituation an einer einzelnen Brücke. Hier geht es um eine Definition des Brückenzuschlags für Neubau- und für bestehende Strecken.

Mathematische Beschreibung von aufweckendem Güterschienenverkehr
Vortrag, gehalten auf der DAGA  '05 am 16.3.05 in München

Es wird gezeigt, dass die zur Zeit gültige Beschreibung der Schallemission von Güterzügen nicht geeignet ist, um daraus ableiten zu können, ob ein Schlafender geweckt wird. Notwendig ist, dass neben den bisher angegebenen Parametern zur Beschreibung der Güterzug-Emissionen wie Anzahl der Güterzüge pro Nacht, Vorbeifahrpegel der Güterwagen und Vorbeifahrdauer zusätzlich eine Bewertung der Pausenstruktur angegeben wird.

Aufweck-Pegel  und Lärmpausen bei Schienen- und Fluglärm
Die Untersuchung erschien in Immissionsschutz  9 ( 2004), 114 -124
Schallemissionen von Hochgeschwindigkeitszügen
"Stand der Technik" und 16.. BimSchV
Umrüstung von Güterzügen
Wie ändert sich die Lärmbelastung?
Gleispflege - Bestimmung von Schleifzyklen

An vielen neu gebauten Strecken sind im Rahmen von Planfeststellungsverfahren die Lärmbelastungen berechnet worden. Auf dieser Grundlage wurde entschieden, ob der vorgesehene Schienenverkehrslärm bei "durchschnittlich gutem Schienenzustand" innerhalb der örtlich vorgeschriebenen Grenzwerte bleibt oder ob – wegen Überschreitung dieser Grenzwerte – Lärmschutzwände gebaut werden müssen. Eine Auswertung von Messprotokollen zeigt, dass  es Streckenabschnitte gibt, bei denen Überschreitungen von mehr als 10 dB(A) auftreten. Die Überprüfung eines Gleises auf Einhaltung der Grenzwerte erfordert die Kenntnis verschiedener Daten:

Lärmbelästigung durch ungepflegte Gleise 
Diese Veröffentlichung erschien im Rahmen des Projektes 
"Untersuchung zur Gleispflege bezüglich einer Bonusregelung für besondere Gleispflege" 
in Immissionsschutz 5 (2000), 134 -140 

Zwischen der Lärmentwicklung durch Schienenverkehr und dem Schienenzustand der Gleise besteht ein enger Zusammenhang. Um die Schallemissonen vorbeifahrender Züge berechnen zu können, wird nach der 16.BImSchV ein durchschnittlich guter Schienenzustand vorausgesetzt: Für Gleise in diesem Zustand bilden die berechneten Schallemissionen eine obere Grenze der realen Schallemissionen. Wenn die Gleise jedoch stärker verriffeln, so überschreiten die Schallemissionen die berechneten Grenzen. Sie müssen dann geschliffen werden. Hier werden die theoretischen Grundlagen für eine Gleispflege nach der 16.BImSchV entwickelt und – im Anhang A - an einem Beispiel demonstriert. Im Anhang B wird zur Begründung des hier verwendeten Maximalpegels gezeigt, daß der Mittelungspegel keine juristische Aussage zum Schienenzustand zuläßt.

Schienenbonus bei Bahn und Transrapid
Diese Veröffentlichung erschien in der Zeitschrift Der mathematische und naturwissenschaftliche Unterricht; 
MNU 51 /1; 15.1.98, S 11-17

Diese Untersuchung enthält u.a. auch einen kurzen historischen Überblick zur Geschichte der Schallbewertung

Theorie der Gleispflege 
Diese Veröffentlichung erschien im Rahmen des Projektes 
"Untersuchung zur Gleispflege bezüglich einer Bonusregelung für besondere Gleispflege" 
in Immissionsschutz 7 (2002), 4 - 8
Schienenzustand und Vorbeifahrpegel 
Am Beispiel eines von Güterzügen befahrenen Gleises wird in dieser Untersuchung eine Rechenvorschrift vorgestellt, die es erlaubt, den von diesem Gleis ausgehenden Schienenverkehrslärm vorauszuberechnen. 
Mittelwertbildung bei Lärmmessungen
Die Beschreibung des Lärms wird umso ungenauer, 
je stärker die einzelnen Lärmpegel voneinander abweichen. (pdf Datei)

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