Szenario 2001: In Deutschland fahren 282 000
Güterwagen, davon 135 000 deutsche. Diese sind im
Jahre 2001 fast alle klotzgebremst. Bei einer Geschwindigkeit von 100
km/h variiert der Vorbeifahrpegel dann in 25 m Entfernung zwischen 85
und 105 dB(A), Im Mittel beträgt der Vorbeifahrpegel 92 dB(A).
Szenario 2007: Im Jahre 2007 gibt es infolge Neubeschaffung
zusätzlich 3100 mit einer "Flüsterbremse" ausgestattete
Güterwagen; dadurch ändert sich allerdings der mittlere
Vorbeifahrpegel in Deutschland nicht, also beträgt der mittlere Vorbeifahrpegel 92
dB(A).
Güterwagen verursachen bei Vorbeifahrt einen besonders hohen
Vorbeifahrpegel, weil neben ihren Aufbauten insbesondere die auf
den Schienen rollenden Räder vibrieren. Wenn dann die Räder
unrund und die Schienen nicht "richtig" geschliffen sind, erhöht
sich der Pegel noch weiter.
Die Räder von Güterwagen werden unrund, wenn sie beim
Bremsen blockiert werden und dabei auf den Schienen rutschen. Dann
entstehen an der Rutschstelle "Flachstellen" (nicht aber an der Stelle,
an der ein Bremsklotz angreift).
Um die Schwingungen aus dem Rad/Schiene-System zu reduzieren, wird
jedoch nicht die Aufhängung der Radachse gegen hochfrequente
Schwingungen gedämpft, sondern die Bahn erhofft sich durch den
Austausch der Grauguss-Klotzbremse durch eine Kunststoffbremse ("Umrüsten der Güterwagen") eine
Minderung des Vorbeifahrpegels (und der Bremsgeräusche).
Szenario 2017: Es wird nun angenommen, dass von diesem
Bestand während
der nächsten 10 Jahre 10 % der Güterwagen bezüglich
ihrer
Bremsen "umgerüstet" werden Wenn dann angenommen wird, dass
infolge dieser
Umrüstung der Emissionspegel um 10 dB(A) auf 82 dB(A) gesenkt
wird, dann beträgt im Jahr 2017 der mittlere
Vorbeifahrpegel dieser Mischung aus 90 % klotzgebremsten und 10 %
umgerüsteten Güterwagen 91.6 dB(A).
Wenn weiter angenommen wird, dass die Umrüstung eines
Güterwagens
4500 Euro kostet, so sind im Jahre 2017 Umrüstkosten in Höhe
von
13500 mal 4500 Euro = 61 Millionen Euro notwendig. Diesen Kosten
für
die Umrüstung steht eine effektive Lärmminderung um 0.4 dB(A)
gegenüber.
Szenario 2027: Wenn dieses Verfahren auch während der nächsten 10 Jahre fortgesetzt wird, so werden weitere 13500 Güterwagen umgerüstet. Der mittlere Emissionspegel dieser Mischung aus 80 % klotzgebremsten und 20 % umgerüsteten Güterwagen beträgt 91.1 dB(A). Die Gesamtkosten (gerechnet ab 2007) belaufen sich auf 122 Millionen Euro - die effektive Lärmminderung beträgt 0.9 dB(A).
Szenario 2037 Entsprechend ergibt sich: Der mittlere Emissionspegel einer Mischung aus 70 % klotzgebremsten und 30 % umgerüsteten Güterwagen beträgt 90.6 dB(A). Die Gesamtkosten (gerechnet ab 2007) belaufen sich auf 183 Millionen Euro - die effektive Lärmminderung beträgt 1.4 dB(A).
Siehe dazu Bild 1 (Umrüstung von grauguss-klotzgebremsten Güterwagen auf mit Kunststoffbremsen ausgerüstete Güterwagen und ihre Vorbeifahrpegel)
Wenn der mittlere Emissionspegel um 3.0 dB(A) gesenkt werden soll (gegenüber 100 % klotzgebremsten Güterwagen mit einem mittleren Emissionspegel von 92 dB(A)), so ist eine Mischung aus 55 % Grauguss-klotzgebremsten und aus 45 % mit Kunststoffbremsen ausgerüsteten Güterwagen notwendig: Es wären dann 60750 (von 135000) Güterwagen mit Kunststoffbremsen ausgerüstet.
Bundesvereinigung gegen Schienenlärm e.V. (Stand: 2009 )