Bundesvereinigung gegen Schienenlärm e.V.
Lärmschutzwände

weiteres Informationsmaterial finden Sie hier

 

Wie sicher sind  Lärmschutzwände an Strecken der Deutschen Bahn?
14.10.2005

"Aluminiumelemente, die der Belastung standhalten, müssen erst noch entwickelt werden.
Einsatz von neu zu dimensionierenden Betonelementen ist notwendig"

Das sagt die DB AG

Mit Schreiben vom 19.9.2005 erhielt die DB Fernverkehr folgenden Bescheid vom Eisenbahn-Bundesamt.
Das Fazit steht hier am Anfang: 
"Die Lärmschutzwände können wegen der teilweise vollständigen Demontage ihre eigentliche Funktion... nicht erfüllen. Das ursprüngliche Konzept des aktiven Schallschutzes durch die aufgestellten Aluminiumwände ist aus technischen Gründen fehlgeschlagen. Dieser Zustand einer fehlerhaften und untauglichen Eisenbahnbetriebsanlage kann... nicht dauerhaft hingenommen werden."

Betroffen sind dieStreckenabschnitte zwischen Bf Siegburg und Abzw. Mönchhof der Hochgeschwindigkeitsstrecke 2960 (NBS Köln/Rhein- Main).


Hier folgt ein Auszug aus dem Bescheid:
" Zur Abwehr von aus dem Betrieb der Eisenbahn entstehenden oder von Betriebsanlagen ausgehenden Gefahren für öffentliche Sicherheit und Ordnung ergeht hiermit folgender Bescheid:

  1. Sämtliche von Ihrem Unternehmen auf der Strecke 2960 (NBS Köln/Rhein- Main) eingesetzten Fahrzeuge dürfen im Bereich zwischen km 103.573 bis km 106.773 nur noch mit einer Höchstgeschwindigkeit von 297 km/h und in der Zeit von 22.00 bis 6.00 nur mit einer Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h verkehren.

  2. Die Umsetzung hat binnen zwei Wochen nach Zustellung dieses Bescheids zu erfolgen.

Begründung:

Sie befahren als Eisenbahnverkehrsunternehmen die Neubaustrecke Köln/Rhein-Main. Gemäß Planfeststellungsbeschluss nach § 18 (1) ("Elz/Hadamar) vom 1.9.1997 wurden zum Schutz der Anwohner u.a. im o.g. Bereich auf beiden Seiten bis zu fünf Meter hohe Lärmschutzwände errichtet.
Nach Inbetriebnahme der Strecke traten an zahlreichen Lärmschutzwänden, so u. a. auch in Elz Schäden auf. Die Wände bestehen aus Aluminium-Elementen, deren Belastung durch Druck- und Sogkräfte möglicherweise nicht richtig eingeschätzt wurde.

Da aufgrund der umfassenden Schäden eine Gefährdung des Bahnbetriebes und Dritter nicht ausgeschlossen werden konnte, teilte die DB ProjektBau GmbH meiner Behörde im Schreiben vom 19.8.2003 mit, dass sie eine Reduzierung der Schallschutzwände auf eine Höhe plane, bei der weitere Schäden ausgeschlossen werden könnten. Ferner legte die DB ProjektBau eine schalltechnische Untersuchung der Ingenieurgesellschaft Dorsch Consult vom Feb. 2003 vor. Das Schallgutachten berief sich auf die dem Planfeststellungsbeschluss zugrundeliegende Prognose von 120 Zügen tagsüber und 40 Zügen nachts. Als Ergebnis wurde festgestellt, dass unter Berücksichtigung der heute tatsächlichen Zugbelastung von nur 112 Zügen tagsüber und nur 12 Zügen nachts sowie unter Anwendung des BüG die im Einzelnen genannten Läremschutzwände reduziert werden könnten. Die Grenzwerte der 16. BImSchV würden dann gleichwohl eingehalten.

Mit Schreiben vom 24. 11. 2003 teilte die DB ProjektBau weiter mit. dass derzeit an einem Sanierungskonzept gearbeitet werde...Nach den von der ProjektBau dem EBA am 26.10.2004 zugesandten Erläuterungen zur Umsetzung der Sanierungsarbeiten müssten Aluminiumelemente, die der Belastung standhalten, erst noch entwickelt werden. Es sei der Einsatz neu zu dimensionierender Betonelemente notwendig. Die gesamte Sanierung werde wahrscheinlich mehrere Jahre dauern...... Inzwischen sind im Bereich Elz die Lärmschutzwände vollständig demontiert. Lediglich die Stützen sind noch vorhanden.....

Inzwischen beantragte die DB ProjektBau beim Eisenbahn-Bundesamt mit Schreiben vom 1.6.2005 die Durchführung eines Planänderungsverfahrens zur Sanierung der Schallschutzwände...


Bundesvereinigung gegen Schienenlärm e.V. 14.10.2005