Bundesvereinigung gegen Schienenlärm e.V.

Aktuelle Notizen 2008

Aktuelle Notizen in 2007; 2006; 2005; 2004; 2003; 2002; 2001

 

11. Dezember 2008: UNESCO Welterbe oberes Mittelrheintal in Gefahr?
Das Mittelrheintal ist eine viel befahrene Verkehrsader: Neben der Schifffahrt auf dem Fluss wird das Ufer auf jeder Seite durch eine Bundesstraße und eine Eisenbahnlinie stark frequentiert. Seit Jahren kämpfen die Betroffenen gegen den ständig zunehmenden Schienenlärm. Jetzt beobachtet die UNESCO die Entwicklung im Rheintal mit Sorge. 
Der in höchstem Maße gesundheitsgefährdende Güterverkehr gehört völlig aus dem Mittelrheintal entfernt. Sofortiges Handeln ist gefordert!
(Horst Wadehn, Vorsitzender und Geschäftsführer des UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V.)

Bahn und Politik sind dringend gefordert, den Lärm im Rheintal zu reduzieren statt zu erhöhen - wie bisher. Bereits bei Antragstellung wies die UNESCO auf das Lärmproblem hin und forderte Nachbesserung des Antrages. Sie verlangte u.a. Angaben von Maßnahmen, die zu einer wesentlichen Lärmreduzierung führen. Der Antragsteller (Rheinland-Pfalz und Hessen) überarbeiteten zwar ihren Antrag - die Forderungen ignorierten Bahn und Politik jedoch. 
Das Welterbe Rheintal ist nun in Gefahr?

weitere Informationen finden Sie hier www.pro-rhein­tal.de
eine Stellungnahme des Vorsitzenden
des UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V.

05. August 2008: Lärmkarte des Eisenbahnbundesamtes im Netz  EBA-Lärmkarte
Werte stimmen nicht mit bereits ermittelten Werten überein - zum Nachteil für die Betroffenen.

ein Beispiel finden Sie hier

Die BVS hat mit dem folgenden Schreiben das Eisenbahnbundesamt zu einer Stellungnahme aufgefordert 

An das Eisenbahnbundesamt
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir beziehen uns auf die Lärmkarten, die nunmehr auf der Homepage des EBA ins Internet gestellt wurden.
Bei Betrachtung eines  konkreten Beispiels - Beekebrücke, Streckenkilometer 23, 6 - 23,8 der Strecke 1750 Wunstorf-Lehrte ist uns aufgefallen, dass die in den o. g. Lärmkarten angegebenen Werte erheblich abweichen von allen uns bisher vorliegenden Werten:

  • In der Lärmkarte des EBA liegt der angegebene Lärmmittelungspegel nachts unter 75 dB(A) - ohne Berücksichtigung des Schienenbonus in Höhe von 5 dB(A)
  • In den uns bisher vorliegenden Lärmkarten (berechnet nach Schall 03) liegt der angegebene Lärmmittelungspegel nachts über 75 dB(A) mit Berücksichtigung des Schienenbonus, d.h. ohne Berücksichtigung des Schienenbonus liegt der Lärmmittelungspegel nachts über 80 dB(A) 

    1. siehe Karten: Schall-Immissionsplan-Hannover 2000, erstellt vom Nds. Landesamt für Ökologie 
    2. interaktive Lärmkarten auf der Homepage des Nds. Umweltministeriums

Wir bitten um eine Stellungnahme.

21. Juli 2008: Schienenbonus gibt es nicht mehr???
"Der Schienenbonus darf laut EU-Richtlinie nicht mehr angerechnet werden. Es gibt ihn nicht mehr. Das sollte mittlerweile jedem nationalen Betreiber und Ministerium klar sein!" 
Zu dieser - in einem Gespräch mit der AGUS - gemachten Äußerung von der EU Abgeordneten Dr. Sommer (Verkehrsausschuss) .möchte die BVS folgende Anmerkung machen:

Das Zitat ist missverständlich. Es ist leider nicht so, dass es den Schienenbonus nicht mehr gibt.
Bisher gilt nach wie vor die BImSch und die Schall 03.
Das Bundesumweltministerium hat vor einiger Zeit dem Umweltbundesamt (UBA) den Auftrag erteilt,  eine Studie zum Schienenbonus vorzubereiten. Ausgelöst durch die ständig zunehmende Kritik am Schienenbonus und durch neuere Forschungsergebnisse soll die Berechtigung des Schienenbonus in einer groß angelegten Studie vom UBA überprüft werden.
Frau Dr. Sommer bezieht sich bei ihrer Aussage auf  die Vorläufigen Berechnungsmethode für den Umgebungslärm an Schienenwegen (VBUSch , 10. Mai 2006). Siehe dazu Seite 4 des folgenden Links: http://www.lanuv.nrw.de/geraeusche/pdf/VBUSCH.pdf
Dort heißt es zur Erstellung von Lärmkarten: Die Anwendung des Schienenbonus entfällt, da es sich bei den Lärmindizes entsprechend Anhang I der Richtlinie 2002/49/EG /5/ um A-bewertete äquivalente Dauerschallpegel gemäß ISO 1996 - 2 /7/ handelt und insofern Beurteilungszu- oder -abschläge für die Lästigkeit von Geräuschen nicht berücksichtigt werden können.
Der Schienenbonus wird dann bei der anschließenden Aufstellung der Lärmaktionspläne berücksichtigt.
Für die Erstellung der Lärmkarten zum Schienenverkehrslärm ist das Eisenbahnbundesamt zuständig. (siehe auch Aktuelle Notiz vom 29.5.2008) 
Seit dem 30.6.2008 finden Sie nun die Lärmkarten zum Schienenverkehrslärm unter folgendem Link: Lärmkarten
17. Juli 2008: Schlafstörungen durch Vorbeifahrpegel  (siehe Aktuelle Notiz vom 16. Juni 2008,Schienenlärmkongress Freiburg)
Unter diesem Link
http://www.region-suedlicher-oberrhein.de finden Sie die auf dem Kongress gehaltenen Vorträge von:
Prof. Dr. Barbara Griefahn, Universität Dortmund (siehe dazu Schlafstörungen)
Dr. Ulrich Storost, Bundesverwaltungsgericht Leipzig
Prof. Dr. Ullrich Martin, Universität Stuttgart
Peter Westenberger, DB AG Berlin
Dr. Dieter Karlin, Regionalverband Südlicher Oberrhein, Freiburg
17. Juni 2008: dB Rechner: 
Der dB Rechner zur Ermittlung des Lärms ist - nachdem die Homepage des Deutschen Arbeitsrings für Lärmbekämpfung gelöscht wurde -  u.a. unter folgendem Link zu finden:
http://www.laermkontor.de/ Linke Spalte Online- Lärmberechnung
Unter den aufgeführten Links finden Sie Berechnungswerkzeuge, mit denen Sie Schallpegel addieren und mitteln und Straßen- sowie Schienenlärm berechnen können.
16. Juni 2008: Schienenlärmkongress 11. Juli 2008, Freiburg:
Der Regionalverband Südlicher Oberrhein und die Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  laden zu einem ersten Schienenlärmkongress ein. Es sind Beiträge vorgesehen, die Betroffene hellhörig machen- z.B.: Schienenbonus-Fluch oder Segen?, Lärmschutzstrategie der DB AG, Schienenlärm in der Rechtssprechung des Bundesverwaltungsgerichtes auch der aktuelle Stand der Lärmwirkungsforschung soll vorgestellt werden. Tagungsprogramm und Anmeldungsformular hier
01. Juni 2008: Bürgernetzwerke gegen Bahnlärm gegründet:
www.pro-rhein­tal.de und
www.Agus-Umwelt.de
29. Mai 2008: Lärmaktionspläne sollen die Lärmbelastung senken, ohne dass der Schienenlärm der Deutschen Bahn bisher berücksichtigt wird:
Die Lärmkarten der Länder liegen - nach § 47c Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG)  - inzwischen größtenteils vor.
Bis zum 18. Juni 2007 sollten diese Lärmkarten bereits erstellt sein für Ballungsräume über 250.000 Einwohner. Diese Lärmkarten sollen  für Städte und Gemeinden eine wichtige Grundlage bilden, um Lärmprobleme bei kommunalen Planungen zu berücksichtigen. Durch gezielt Maßnahmen (Lärmaktionspläne)  soll die Lärmbelastung in einem abgestuften Zeitplan reduziert werden. . Bis zum 18. Juli 2008 sollen deshalb nun Lärmaktionspläne erstellt werden.
Den durch Schienenlärm betroffenen Menschen ist nicht zu vermitteln, dass der Schienenlärm in den Lärmaktionsplänen  nicht erfasst ist, da von der DB angeblich bis heute keine Angaben zum Schienenverkehr vorliegen. Für die Daten zum Schienenlärm ist das Eisenbahn-Bundesamt zuständig. Auf seiner Homepage ist die Weitergabe der Daten für Anfang 2008 in Aussicht angekündigt.
Wie sieht eine Maßnahmenplanung zur Lärmminderung ohne Berücksichtigung des Schienenlärms aus?  Die für die Umsetzung der Maßnahmen Verantwortlichen beeilen sich,  gleichzeitig mit Veröffentlichung der Lärmaktionspläne unmissverständlich klarzustellen, dass es keinen Anspruch auf Lärmsanierung gibt. Maßnahmen zum Lärmschutz, die aber nicht den Gesamtlärm berücksichtigen, bleiben Stückwerk und Augenwischerei.

siehe auch http://www.eisenbahn-bundesamt.de/Service/laerm/laerm_start.htm 

Mai 2008: Gemeinsam sind wir stark - Ankündigung von 2 Veranstaltungen im Mai
Nach jahrelangen Einzelaktionen entlang des Rheins hat inzwischen ein großer Zusammenschluss von Bürgerinitiativen stattgefunden  mit dem Ziel,  in Zukunft gemeinsam gegen den Schienenlärm zu kämpfen. 
Im Mai sind nun zwei verschiedene Veranstaltungen zum gleichen Thema von zwei unterschiedlichen Planungsgruppen angekündigt:

1. Internationale Tagung der Allianz gegen Umweltschäden durch Schienenverkehr - AGUS
22- 23.Mai 

Eltville am Rhein
Hotel Frankenbach "Mainzer Hof"
Beginn: 22.05.08 um 13.00 Uhr
Ende:    23. 05.08 um 12.00 Uhr
Anmeldeformular und weitere Informationen finden Sie hier: AGUS
Unterkünfte finden Sie hier
Informationen zum Verbund der Bürgerinitiativen finden Sie unter unseren Aktuellen Notizen 2007 vom 02.04.07
Auf der ersten internationalen Tagung soll die AGUS gegründet werden, ihre Ziele und Strategien  diskutiert, verabschiedet und auf einer Pressekonferenz vorgestellt werden. Die Initiatoren planen eine "geographisch übergreifende Aktivität mit allen interessierten Initiativen, die gegen die Zumutungen und Folgen des Schienenverkehrs angehen". Es soll um die "Schattenseiten des massiven Güterverkehrs auf der Schiene" gehen.

Pro Rheintal

Die zweite Veranstaltung ist eine Auftaktveranstaltung zu "Pro Rheintal" - ein Bürgernetzwerk, das aus "der Taufe" gehoben und der Öffentlichkeit präsentiert werden soll. Die Initiatoren dieser Veranstaltung suchen ebenfalls das Engagement auf internationaler Ebene von Rotterdam bis Genua - ausgehend von den Problemen, die  durch den massiven Güterverkehr im Mittelrheintal entstanden sind.

Veranstaltung Pro Rheintal
30. -31. Mai
Oberwesel am Rhein
Kulturhaus Oberwesel
Beginn: 30. 05 08 um 11.00 Uhr
Ende:     31. 05. 08 um 15.00 Uhr
Anmeldung und weitere Informationen: Jürgen Weiler, ja.weiler@t-online.de
 

30. Januar 2008: Wer ist schuld am verpfuschten Lärmschutz?
Nichts hält ewig, weiß der Handwerker. In diesem Fall waren es drei Wochen. Dann flogen Teile der Lärmschutzwände entlang der im Dezember 2002 eröffneten ICE-Strecke Frankfurt-Köln herum, wenn ein Zug vorbeifuhr – und fortan konnte man sich über das technische Wunderwerk nur wundern. Ein Pressebericht zu einem unglaublichen Fall 
Die BVS berichtete ausführlich über diesen unglaublichen Fall hier
Die Erklärung der DB:: Es habe an Praxiserfahrung gefehlt : „Es ist die erste Bahnstrecke in Deutschland, auf der Tempo 300 gefahren wird.“

 

Bundesvereinigung gegen Schienenlärm.e.V.