Bundesvereinigung gegen Schienenlärm e.V.

Aktuelle Notizen 2007

Aktuelle Notizen in 2006; 2005; 2004; 2003; 2002; 2001

 
03. 04. 07: Kommt nach dem Schienen- und  BüG-Bonus  der K-Sohlen-Bonus?
Fachtagung zum Schienenlärm in Bingen mit Demonstration lärmarmer Güterwagen der DB
Das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium führte gestern in Bingen eine Fachtagung durch, um die Öffentlichkeit über verschiedene Maßnahmen zu informieren, die den Lärm von Güterwagen reduzieren sollen. Eine Maßnahme soll die Umrüstung der Güterwagen auf die lärmarme Verbundstoffbremse (K-Sohle) sein. Eine weitere Maßnahme zur Reduzierung des Lärms könne die Einführung von Trassenpreisen für laute Güterwagen sein. Die volle Wirksamkeit der genannten Maßnahmen könne aber nur erreicht werden, wenn auch die übrigen Mitgliedstaaten der EU die Maßnahmen unterstützen. 
Vorausgegangen war ein Beschluss des Bundesrates zur Reduzierung des Lärms durch Güterverkehr auf der Schiene im Dezember 2006,
Drucksache 884/06.
Die Veranstaltung hatte einen hohen politischen Stellenwert, wie an der Teilnehmerliste zu sehen war. Neben dem Bundesverkehrsminister Tiefensee und dem Bahnchef Mehdorn waren viele Vertreter aus Ministerien, Behörden und der Politik gekommen. Sie alle haben die Behauptung der DB aufgenommen,
dass der Lärm der Güterwagen durch eine Umrüstung der Bremsen halbiert werden könnte. Sie alle werden nun diese Behauptung der Bahn bei jeder Gelegenheit wiederholen. Die Behauptung trifft jedoch nicht zu. (Siehe u.a. auch Aktuelle Notiz der BVS vom 6.2.07).
Der Lärm vorbeifahrender Güterwagen wird durch das Abrollen der Räder auf der Schiene verursacht. Durch unrunde Räder und verriffelte Schienen kann der Schienenlärm sich um bis zu 20 dB(A) erhöhen. Das ganze Rad-Schiene-System ist die Quelle des Lärms - die Bremse des Güterwagens gehört jedoch nicht dazu. Für das Rad-Schiene System müssen Maßnahmen ergriffen  werden, wenn der Lärm an der Quelle dauerhaft reduziert werden soll. Bisher gibt es keine  Erkenntnisse darüber, wie lange es dauert, bis Räder mit K-Sohle ebenfalls stark verriffelt sind.
Siehe: Einfluss der Bremsbauart auf den Vorbeifahrpegel hier

So werden durch ständige Wiederholungen der Behauptung, dass Güterwagen mit K-Sohlen halb so laut seien, mit der Zeit die Voraussetzungen geschaffen, um einen weiteren Bonus einzuführen - den K-Sohlen Bonus für leise Güterzüge.
Eine Umrüstung der Güterwagen - ohne Pflege von Rad und Schiene - führt aber nicht zu einer wahrnehmbaren Lärmreduzierung  hier
02. 04. 07: Die Wucht an Rhein und Main - BI`s bilden einen überregionalen Verbund
Um in ihrem Kampf gegen den Schienenlärm einen größeren Druck auf die Verantwortlichen ausüben zu können haben sich immer wieder Bürgerinitiativen regional zusammengeschlossen, Heute ist nun erstmalig eine überregionale Cooperative gegen Bahnlärm gegründet worden. Die IG- Bohr www.ig-bohr.de  hat sich mit dem Rheingau-Bund gegen Bahnlärm und der BI 2 statt 4 verbunden. Die IG-Bohr vertritt z.Z. 12 Bürgerinitiativen am Oberrhein, der Bund gegen Bahnlärm vertritt die Interessen von Bürgerinitiativen in 8 Gemeinden und dem Hotel- und Gaststättenverband am Mittelrhein. Die heute gegründete Cooperative vertritt nunmehr die Interessen von circa 25 000 organisierten Betroffenen und circa 240 000 Betroffenen insgesamt..
Weitere Informationen finden Sie hier: Gründungsurkunde der Cooperative, Ausbau der Rheintalbahn, Rheingau-Bund gegen Bahnlärm 
06. 02. 07: 125000 Güterwaggons sollen mit lärmsparenden Bremssystemen ausgerüstet werden:
Die Bundesregierung hat einen Aktionsplan zum Schutz vor Lärm durch Straßen- und  Schienenverkehr erarbeitet. ... Im Mittelpunkt steht die Ausrüstung aller rund 125000 Güterwaggons in Deutschland mit lärmsparenden Bremssystemen. Der Bundesverkehrsminister schätzt die Kosten auf bis zu 550 Millionen Euro.“ (Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 3. Februar 2007)
Stellungnahme  der Bundesvereinigung gegen Schienenlärm:
Nur durch eine besondere Pflege kann eine Lärmminderung  von Rad und Schiene erreicht werden . Die Ausrüstung mit lärmsparenden Bremssystemen mag die Pflege von Rad und Schiene erleichtern – aber ersetzen kann sie die Pflege nicht. Siehe hier 
14. 01. 07: Ort hat sich  um viele Meter "verschoben"
Ausbau der  Bahnstrecke erforderlich, um alten Stand zu halten: keine wesentliche Änderung

In Bergkamen Oberaden ist die Bahnlinie der Hamm-Osterfelder Bahn (Bestandteil der Güterlinie Rotterdam Warschau) durch Bergsenkungen der ehemaligen Schachtanlage Haus Aden auf einer Streckenlänge von mehreren Kilometern um viele Meter angehoben worden. Infolgedessen wurde auch der Gleisverlauf verschwenkt. Die Züge fahren jetzt als Hochbahn auf einer einige Meter nach Norden verlegten Trasse. Dadurch entstehen in weiten Teilen des Ortes hohe Lärmbelästigungen. Die DB argumentiert, daß die Bahnlinie nicht verschoben (geändert) wurde, vielmehr hat sich "der Ort verschoben" und die Baumaßnahmen erfolgten, um den alten Stand zu halten. Deshalb sollen keine Lärmminderungsmaßnahmen erforderlich sein. Daß die Züge nun durch die oberen Etagen der Wohnhäuser fahren ist irrelevant.
03. 01. 07: Neue Vorhaben des Vordringlichen Bedarfs Schiene: Seit Oktober 2006 liegt der INVESTITIONSRAHMENPLAN (IRP) von 2006 bis 2010 für die Schienen-Verkehrsinfrastruktur des Bundes vor (hier). Das Verfallsdatum politischer Willensbekundungen ist allerdings kurz. Was heute noch gilt, kann morgen schon wieder falsch sein. So war im August 2006 kein Cent mehr übrig für den geplanten Ausbau der Y-Trasse (NBS/ ABS Hamburg/ Bremen – Hannover). Die Y-Trasse wurde aus Kostengründen aus der Prioritätenliste gestrichen. Zwei Monate später ist die Y-Trasse wieder in der Liste unter den Vorhaben des Vordringlichen Bedarfs Schiene zu finden. Viele Millionen € sind plötzlich für den Ausbau wieder vorhanden (hier). Sie sehen: Ein Investitionsrahmenplan ist ohne Gewähr, besonders bei Wahlen - wie in Niedersachsen im September 2006.
02. 01. 07: Zusammenschluss aller Betroffenen entlang des Rheins:
Die IG-Bohr plant im Neuen Jahr ein Treffen mit den Betroffenen am Mittel-, Ober- und Hochrhein zu organisieren mit dem Ziel gemeinsamer strategischer Zusammenarbeit. Die BVS unterstützt den Zusammenschluss aller Betroffenen und wird unter  Aktuelle Notizen  über die Aktivitäten am Rhein informieren. Die BVS bittet die Betroffenen am Rhein deshalb laufend um aktuelle Infos, die für einen erfolgreichen Zusammenschluss von Interesse sein können.
01. 01. 2007: Die BVS wünscht allen Betroffenen ein gutes, gesundes Neues Jahr und Erfolg im gemeinsamen Kampf gegen den Schienenlärm. 

 

Bundesvereinigung gegen Schienenlärm.e.V.